Die Weinlandschaft des Burgunds ist jetzt Weltkulturerbe

Bei der 39. Tagung des UNESCO-Welterbekomitees 28. Juni bis 8. Juli 2015 in Bonn wurde die Weinkulturlandschaft des Burgunds („Les climats du vignoble de Bourgogne“) in die Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen.

© Michel Joly, Quelle: Association des climats du vignoble de Bourgogne

Chambolle Musigny im Oktober 2012, © Michel Joly, Quelle: Association des climats du vignoble de Bourgogne

Gleichzeitig wurde auch die Champagne in ähnlicher Weise gewürdigt. Bei dieser werden auch explizit die Häuser und Keller der Weingegend als Teil des Weltkulturerbes bezeichnet, während beim Burgund leider nur der etwas ungenaue Begriff der „climats“ verwendet wird (im Englischen noch erklärend ergänzt um „terroirs“):

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Auf Abwegen – „Sideways“ für die Weinralley

Filme, in denen Wein eine nennenswerte Rolle spielt, fallen mir zugegeben nur sehr wenige ein. Die große Ausnahme, die ich allen Weinfreunden guten Gewissens empfehlen kann, ist der bereits vor zehn Jahren erschienene „Sideways„.

Sideways-CoverIn Alexander Paynes filmischer Verneigung vor dem Wein geht es um Jack (Thomas Haden Church) und Miles (Paul Giamatti), zwei Freunde, die eine Woche lang zusammen Urlaub machen, bevor Jack heiraten wird. Trotz dieser eigentlich durch und durch positiven Aussichten haben beide Männer ihre Sorgen, die sie nicht loslassen. Der Schauspieler Jack, einst von Rollenangeboten – und den Frauen – verwöhnt, findet kaum mehr Jobs und der mäßig erfolgreiche Autor und Lehrer Miles leidet immer noch unter der Trennung von seiner Ex-Frau.
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Hagelschäden bei Beaune

Gestern Nachmittag, am Samstag, den 28. Juni, hat es im Burgund zwei kurze, aber heftige Hagelschauer gegeben, die in einigen der besten Lagen Schäden hinterlassen haben (LeMondefr: „Après la grêle, la désolation des viticulteurs de la côte de Beaune“).

Betroffen sind insbesondere Weinberge bei den Orten Santenay, Meursault, Volnay und Pommard. Die Winzer hatten sich dieses Jahr nach einem vielversprechenden Frühling auf eine gute Ernte gefreut, nachdem es auch in den letzten beiden Jahren zu Hagelschäden kam.
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Bourgogne Hautes Côtes de Nuits 2012, „Jean Truffot“

Bourgogne Hautes Côtes de Nuits 2012 von Jean Truffot (leer)

Die Flasche ist leer – endlich?

Der im März bei Lidl erstandene Burgunder ist vorgestern geöffnet und probiert worden.

Der erste Eindruck vermittelte nur ein einziges gutes Gefühl: Die Erleichterung darüber, dass von diesem Wein nicht noch mehr im Keller liegt. Schuld daran war weniger die Blume, die ein bisschen streng war. Im Mund blieb der Wein sehr verschlossen und hatte einen Ton, der wohl bei jungen Burgundern vorkommen kann, den ich persönlich aber unangenehm finde und der mich an Lakritz erinnert.

Da der 2012er in der Tat noch nicht sehr lange in der Flasche ist, habe ich diese wieder verschlossen, um dem Wein einen Tag Zeit zu lassen, ein wenig zu altern.

Am nächsten Abend war der Wein tatsächlich milder geworden und ließ im Geschmack auch Frucht durch. So waren die letzten Gläser von diesem Burgunder unerwartet unproblematisch.

Das Experiment mit dem Bourgogne (pardon, dem Hautes Côtes de Nuits) aus dem Supermarkt führte also nicht zu einer großen Überraschung. Natürlich ist ein Burgunder aus diesem Jahrgang eigentlich auch zu jung, um getrunken zu werden. Die „kleinen“ Burgunder mit Regional-Appellationen sind aber in der Regel auch früher trinkreif und darauf war bei diesem Wein, der noch dazu von einer großen Kellerei stammt, zu hoffen. Es ist auch nicht mein Ziel, im Supermarkt Weine für die jahrelange Lagerung einzukaufen. Dafür sind sie nicht gedacht.

Auch das Dekantieren hatte ich bei diesem Bourgogne nicht für nötig gehalten, aber das hätte ihm offensichtlich gut getan.

Fest steht außerdem, dass der nächste Pinot Noir, der auf den Tisch kommt, direkt vom Winzer stammt.

Roter Burgunder bei Lidl: Hautes Côtes de Nuits 2012

Ab Donnerstag, den 13. März 2014 führt die Supermarktkette Lidl einen Bourgogne Hautes Côtes de Nuits von 2012 für 6,99 Euro im Angebot. Der Wein wird nur zeitweise zu einer Aktionswoche rund um französische Spezialitäten angeboten.

Supermärkte sind sicher nicht die idealen Bezugsquellen für Weine und insbesondere nicht für Burgunder, aber man ist eben oft ohnehin schon dort. Beim Einkaufen werfe ich immer auch einen Blick auf die Weine. Hin und wieder entecke ich dabei einen Chardonnay aus dem Burgund, meist einen Chablis, aber nur sehr selten finde ich roten Burgunder. Deshalb ist dieses Angebot zumindest bemerkenswert.

Hautes Côtes de Nuits ist eine Herkunftsbezeichnung für Weine, die aus Weinorten westlich von der Cote de Nuits stammen. Diese Orte liegen alle etwas höher als Nuits-Saint-Georges oder Vosne-Romanée. Aber obwohl die Weine der Hautes Côtes de Nuits nicht weit entfernt von Premier Cru- oder Grand Cru-Lagen angebaut werden, gehören sie nur zur Qualitätsstufe der regionalen Weine, den AOC Bourgogne.

Ich werde mir am Donnerstag auf jeden Fall mal die eine oder andere Flasche von diesem Wein zum Probieren besorgen.

Auf dem Etikett ist übrigens der Name „Jean Truffot“ vermerkt (nicht „Truffaut„, der spricht sich zwar genauso, hat aber meines Wissens keinen Wein angebaut). Wer aber nach dem Weingenuss Monsieur Truffot besuchen fahren möchte, wird vermutlich enttäuscht sein. Es sieht ganz danach aus, als wäre dieser Name eine eingetragene Marke der Winzergenossenschaft „Blasons de Bourgogne„.

Hospices de Beaune

Weinversteigerung in Beaune

Beaune_hospice_cour_wikipediaAm kommenden Wochenende, vom 15. bis 17. November 2013, findet die 153. Weinversteigerung in den Räumen des Hospices de Beaune statt. Jedes Jahr werden dort durch das Auktionshaus Christies Weine des Weinguts versteigert, das zu dem ehemaligen Krankenhaus mit dem sensationellen Dach gehört. Die Erlöse kommen dabei einerseits der Einrichtung selbst zugute und andererseits werden verschiedene Hilfsorganisationen unterstützt. Nicht zuletzt gibt das Ergebnis der Versteigerungen auch immer einen Aufschluss auf die Qualität des Jahrgangs. Es lohnt sich also, nächste Woche noch einmal einen Blick darauf zu werfen.

Parallel zu dieser inzwischen weltberühmten Versteigerung findet im Palais des Congrès von Beaune eine Weinmesse statt, bei der man auch die Weine anderer Winzer kennen lernen kann. Wer tatsächlich zur Versteigerung ins Burgund fährt und noch etwas mehr Zeit mitbringt, kann in diesen Tagen noch viele touristische Aktivitäten wahrnehmen, die meist ebenfalls etwas mit den Weinen des Burgunds zu tun haben:
Veranstaltungen im November

Weinversteigerung aus den caves de l’Elysée

Aus den französischen Staatskellern sind am 30. und 31. Mai rund 1.200 Flaschen im Hôtel Drouot versteigert worden. Das war laut Pressemitteilung von Drouot (Communiqué de Presse) ein Zehntel des aktuellen Bestands und neben besonders wertvollen Weinen standen auch Cognacs und Champagner zum Verkauf.

Löbliches Ziel der Auktion, die eine Premiere für den 1947 eingerichteten Präsidentenkeller war, ist der Ankauf neuer Flaschen, wobei dann weniger Luxus-Weine gekauft werden sollen. Verantwortlich für die Auswahl der Weine war Virginie Routis, die Chef-Sommelière des Elysée.

Die internationalen Käufer hatten offensichtlich großes Vertrauen in die Lagerung der edlen Flaschen in den staatlichen Kellern, denn es wurden durchweg sensationelle Preise erzielt, oft der zwei- bis dreifache Listenpreis. Insgesamt kam so eine Summe von 718.800 € zusammen – leider wird aber nicht die komplette Summe wieder in Wein investiert. Für die Sammler von Prestigeobjekten gab es als besonderen Anreiz, dass auf jeder verkauften Flasche aus dem präsidialen Keller ein Siegel mit Herkunftskennzeichnung prangt.

Aus dem Burgund wurden besonders Weißweine aus den großen Lagen aus Chablis, Corton, Meursault und Puligny verkauft. An Rotem kamen unter anderem Weine von der Domaine de la Romanée-Conti (aus den Lagen Richebourg, Échézeaux und Romanée Saint-Vivant) und vom Hospice de Beaune unter den Hammer. Eine Flasche aus der kleinsten AOC-Lage Frankreichs – La Romanée – von 1985 wurde für 900 € verkauft, geschätzt wurde ihr Wert auf 400 bis 500 €.

Begeisterung beim Abendessen – Ein Santenay zum Umfallen

Heute habe ich wieder einen guten Anlass, an dieser Stelle von den wunderbaren Weinen aus dem Burgund zu schwärmen, denn zum Abendessen gab es noch zwei Gläser von einem Santenay 2004 von Michel Picard (http://www.michelpicard.comPardon, die Seite verlinkt weiter auf eine Facebook-Page). Entweder, es gab genau das richtige Essen dazu (zarter Kalbsrücken), oder der Wein hatte (für mich) genau das richtige Alter. Die sanfte Samtigkeit, die deutliche Säure und der Geschmack nach überreifen, eingelegten Früchten haben mich zumindest wieder so sehr begeistern können, dass ich das nicht für mich behalten wollte. Dieser Geschmackseindruck ist für mich übrigens ganz typisch für die Burgunder, besonders die vielleicht etwas stechende Säure im Vergleich zu anderen Rotweinen.
Gekauft wurde der Wein jedoch schon vor einigen Jahren in Frankreich, ich kann also leider keine Angaben dazu machen, wie man hier und heute an einen solchen Tropfen kommt.

Was ist ein Burgunder?

Der Name des Blogs gibt sicherlich schon einen kleinen Hinweis auf den Inhalt. Hier dreht sich alles um Weingenuss, und im Mittelpunkt stehen dabei Weine aus dem französischen Anbaugebiet Burgund.

Aber da auch eine ganze Rebsortenfamilie zu den Burgundern oder „Pinot“ gehört, wird es das eine oder andere Mal auch um Burgunder aus anderen Regionen gehen.

Der historische Stamm der Burgunder, der in der Spätantike und im Mittelalter über weite Teile Europas wanderte, bleibt hier natürlich außen vor.

Viel Spaß und bis bald!