Auf Abwegen – „Sideways“ für die Weinralley

Filme, in denen Wein eine nennenswerte Rolle spielt, fallen mir zugegeben nur sehr wenige ein. Die große Ausnahme, die ich allen Weinfreunden guten Gewissens empfehlen kann, ist der bereits vor zehn Jahren erschienene „Sideways„.

Sideways-CoverIn Alexander Paynes filmischer Verneigung vor dem Wein geht es um Jack (Thomas Haden Church) und Miles (Paul Giamatti), zwei Freunde, die eine Woche lang zusammen Urlaub machen, bevor Jack heiraten wird. Trotz dieser eigentlich durch und durch positiven Aussichten haben beide Männer ihre Sorgen, die sie nicht loslassen. Der Schauspieler Jack, einst von Rollenangeboten – und den Frauen – verwöhnt, findet kaum mehr Jobs und der mäßig erfolgreiche Autor und Lehrer Miles leidet immer noch unter der Trennung von seiner Ex-Frau.

Auf ihrer Reise ins kalifornische Santa Ynez Valley will Weinliebhaber Miles seinem Freund die dortigen Weine näherbringen, während Jack ziemlich schnell deutlich macht, dass er eher auf andere Freuden aus ist. Während sich Miles redlich abmüht, Jack zum Weinkenner zu machen („Hast du etwa einen Kaugummi im Mund!?“), organisiert dieser ein Doppeldate mit Stephanie (Sandra Oh) und Maya (Virginia Madsen), die in einer Probierstube arbeiten. Jack bandelt dabei schnell mit Stephanie an, während Miles zu verklemmt ist, um zu bemerken, dass er mit Maya nicht nur das Interesse am Wein teilt.

Die Tragikomödie, in der vor allem Paul Giamatti bewiesen hat, dass er ein erstklassiger Schauspieler ist, bietet vielleicht wenig wirklich lehrreiche Informationen für den interessierten Weintrinker, fängt aber mehrmals genau die Stimmung ein, die den wahren Genuß dieses edlen Getränks ausmacht: Freude am einzigartigen Geschmack und der Vielfalt der Weine sowie seine Eigenschaft, in Gesellschaft am besten zu wirken.

Die Stimmung oder das Thema des Films sind übrigens ofenbar in Japan ganz besonders gut angekommen. Es gibt eine japanische Nachverfilmung namens „Saidoweizu“, in der die Geschichte genau nacherzählt wird, nur dass alle Beteiligten diesmal Japaner sind.
Sicher wäre es witzig, beide Filme einmal hintereinander zu sehen, aber an das japanische Remake kommt man nur schwer heran.
Quelle: thedissolve.com


Dies ist ein Beitrag im Rahmen der Weinralley #83 zu „Wein in Film und Fernsehen“, die von Hans-Jürgen Schwarzer auf seinem Blog www.edelste-weine.de ausgerufen wurde.

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